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Geldtöpfe für Studierende

Überblick: Stipendien und Förderungen

Symbolbild: Euro Scheine und Münzen

Wie finanziere ich mein Studium? Diese Frage stellt sich für viele junge Menschen, die studieren möchten, aber nicht mit entsprechenden Zuwendungen aus dem Elternhaus rechnen können. Um finanziell schwächer gestellte Studierende zu fördern, stehen in Österreich verschiedene öffentliche Geldtöpfe zur Verfügung. Hier ein kleiner Überblick:

Staatliche Förderungen

Die wichtigste staatliche Förderung ist die Studienbeihilfe. Diese wird monatlich ausbezahlt und ermöglicht es in vielen Fällen erst, dass ein Studium überhaupt aufgenommen werden kann. Zuständig für die Vergabe ist die Studienbeihilfenbehörde, eine Bundesbehörde, die dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung untersteht. Die Serviceeinrichtung wurde bereits 1971 gegründet und hat sechs dezentrale Stipendienstellen in den Universitätsstädten Wien, Graz, Innsbruck, Salzburg, Linz und Klagenfurt. Pro Studienjahr werden derzeit in den Stipendienstellen rund 65.000 Anträge auf Beihilfen nach dem Studienförderungsgesetz bearbeitet.

Anspruch und Antrag

Bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen besteht ein Rechtsanspruch auf die staatliche Studienbeihilfe. Nach österreichischem Recht sind ja zunächst einmal die Eltern von Studierenden dazu verpflichtet, für den finanziellen Bedarf ihrer Kinder bis zur Erreichung der Selbsterhaltungsfähigkeit aufzukommen. Nur wenn die Eltern oder die/der Studierende selbst nicht in der Lage sind, aus eigenen Mitteln die mit einem Studium verbundenen Kosten zu tragen, springt die Studienförderung ein.

Einen Anspruch auf Studienbeihilfe haben grundsätzlich ordentliche Studierende an österreichischen Universitäten und Fachhochschulen, akkreditierten Privatuniversitäten sowie anderen öffentlichen bzw. staatlich anerkannten privaten Bildungseinrichtungen. Neben der sozialen Förderungswürdigkeit ist auch der Studienerfolg eine wesentliche Voraussetzung für den Bezug der Studienbeihilfe.

Mit dem Erstantrag erfolgt die Bewerbung um die Zuerkennung der Studienbeihilfe für das gesamte Studium. Solange der Bezug der Studienbeihilfe nicht unterbrochen wird, prüft die Studienbeihilfenbehörde automatisch in jedem Jahr neu, ob weiterhin ein Anspruch auf Studienbeihilfe besteht. Die Fristen zur Antragstellung für die Studienbeihilfe sind im Wintersemester von 20. September bis 15. Dezember und im Sommersemester von 20. Februar bis 15. Mai. Die Antragstellung kann auch online mithilfe der Handy-Signatur bequem von zu Hause aus und unabhängig von Öffnungszeiten erledigt werden.

Alle Details zu Voraussetzungen, Berechnung, Leistungsnachweise und andere bürokratische Fragen hat die Website der Studienbeihilfenbehörde. Dort finden sich auch die Infos zu den Stipendien für Berufstätige, den Beihilfen für ein Auslandsstudium sowie den weiteren Förderungen, die in Anspruch genommen werden können.

BeSt Videotipp

In einem Vortrag auf der BeSt digital 2021 stellen Konrad Pfleger und Karl Kirchhofer von der Stipendienstelle Wien die wichtigsten Förderungen vor. Sie berichten, welche Studien gefördert werden und welche Voraussetzungen zu erfüllen sind. Außerdem geht es um die Online-Antragstellung mittels Handy-Signatur, deren Anwendung Johannes Rund vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort näher erklärt.

Leistungs- und Förderstipendien

Darüber hinaus gibt es auch Leistungs- und Förderstipendien, die von den Universitäten und Fachhochschulen ausgeschrieben und vergeben werden. Das Leistungsstipendium richtet sich an Studierende und Absolvent:innen, deren Studienabschluss nicht länger als zwei Semester zurückliegt, und die – gemessen an den Studienvorschriften – hervorragende Studienleistungen erbringen bzw. erbracht haben.

Das Förderstipendium ist für Studierende mit überdurchschnittlichem Studienerfolg gedacht, die bei der Anfertigung wissenschaftlicher oder künstlerischer Arbeiten (Master- und Diplomarbeiten oder Dissertationen) finanzielle Unterstützung benötigen. Die jeweilige Bildungseinrichtung entscheidet autonom über die Vergabe eines Leistungs- bzw. Förderstipendiums, ohne dass eine Bestätigung bei der Studienbeihilfenbehörde eingeholt werden muss.

Online-Datenbank grants.at

grants.at ist Österreichs größte Online-Datenbank für Stipendien und Forschungsförderung in allen wissenschaftlichen Bereichen. Die Plattform wird vom OeAD, der Agentur für Bildung und Internationalisierung, betrieben. Aktuell beinhaltet sie über 1.200 Einträge zu Stipendien, Forschungsförderungen, Preise und hochschulinternen Fördermöglichkeiten. Die Palette an Fördergebern reicht dabei von internationalen Organisationen und der Europäischen Union über Regierungen, Ministerien und Verwaltungsstellen im In- und Ausland bis zu privaten Stiftungen, Vereinen und Unternehmen. Zur gezielten Suche bietet die Datenbank verschiedene Filtermöglichkeiten, etwa nach Zielland, Zielgruppe oder Fachbereich, und liefert Infos zu Einreichbedingungen, Dauer, Kontingent und Leistung einer Förderung.

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